Zur Startseite

 

Der Energieausweis: nicht wirklich aussagekräftig!

Wer eine Immobilie verkaufen will, muss dem Käufer auf Verlangen einen sog. Energieausweis vorlegen. Der Energieausweis soll dokumentieren, wie hoch der Primärenergiebedarf eines Gebäudes ist. Der potentielle Käufer soll auf einen Blick erkennen können, ob es sich bei der Immobilie um eine “Energieschleuder” oder ein Gebäude handelt, das sparsam im Energieverbrauch ist.

Bedarfs- oder Verbrauchsausweis?

Es gibt zwei unterschiedliche Methoden, einen Energieausweis zu erstellen. Bei allen Wohngebäuden, für die nach dem 01.11.1977 gebaut wurden (oder später zumindest gem. der seinerzeit gültigen Wärmeschutzverordnung nachgerüstet wurden), reicht der sog. Verbrauchsausweis. Gleiches gilt für Wohngebäude mit mehr als 5 Wohnungen.

Bei dem Verbrauchsausweis, den jeder sehr einfach bei diversen Internetanbietern selbst erstellen kann, fallen Kosten von ca. 40 is 60 Euro an (je nach Anbieter). Dazu benötigt man letztlich nur die Abrechnungen für die Heizkosten der letzten 3 Jahre (beispielsweise die Abrechnungen des Gasversorgers).

Deutlich komplizierter und teuer wird es bei Gebäuden, für die vor dem 01.11.1977 ein Bauantrag gestellt wurde. Dann ist in der Regel ein Bedarfsausweis fällig, den man meist nicht mehr selbst online erstellen kann. Das ist zwar theoretisch durchaus möglich, scheitert aber meist an den dafür notwendigen Daten. Die Kosten für einen solchen Bedarfsausweis liegen gerne jenseits der 500 Euro.

Vorsicht ist angesagt, wenn beispielsweise bei einem Einfamilienhausaltbau (Bauantrag vor 1977) ein Verbrauchsausweis vorgelegt wird. Es gibt Immobilienmakler aber vor allem private Verkäufer, die sich die Kosten für den Bedarfsausweise sparen wollen und sich den Verbrauchsausweis “irgendwie zurechtbasteln”. Letzteres kann im übrigen ein erheblicher Mangel sein, der zur Rückabwicklung des Kaufvertrages berechtigen kann!

Wie bei vielen Vorschriften, mit denen sich Immobilienbesitzer (und potentielle Käufer) herumschlagen müssen, ist auch der Energieausweis ein bürokratisches Monster mit zweifelhaftem Nutzen. Letztlich sagt der Energieausweis eigentlich nichts über den tatsächlichen Energieverbrauch einer Immobilie aus. Insbesondere für den Laien ist der Energieausweis kein wirklicher Anhaltspunkt. Die Berechnungsmethode der im Energieausweis ausgewiesenen Zahlen ist kompliziert und auch für Fachleute nicht immer nachvollziehbar. Diese Berechnungsmethoden sorgen dafür, dass auch Häuser mit durchschnittlichen Verbrauchswerten noch halbe Energiesparwunder sind.

Wenn Sie als Käufer sicher gehen wollen, dass Ihnen beim Kauf die Kosten für die Heizung nicht die Haare vom Kopf fressen, fragen Sie den Eigentümer nach seinen tatsächlichen Kosten für Heizung und Warmwasseraufbereitung. Wenn dessen Situation (z.B. hinsichtlich Familiengröße) ähnlich ist, wie Ihre, haben Sie einen wesentlich besseren Anhaltspunkt, wie hoch die Nebenkosten für die Immobilie sein werden.

Unsere Themen:

Werbung & Anzeigen

 

Aktuelle Infos & Meldungen

Nachrichten und Infos

QR-Code der Startseite:

QR-Code der Startseite

Olaf Varlemann (2016)

Praxistipps und Verbraucherinformationen zum Thema Immobilienerwerb. Hierfinden Sie Informationen dazu, was Sie beim Kauf einer Neubauimmobilie oder eines Altbaus wissen sollten.

Startseite - Kontakt - Datenschutz - Impressum